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Pflegefamilien für Kinder mit Behinderung

Die Zuständigkeit für Eingliederungshilfeleistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Pflegefamilien wird zum 1. Januar 2020 vom LWL wahrgenommen.

Hände mit kleinem Haus (Foto: sewcream - stock.adobe.com)

Das Wichtigste auf einen Blick

Info-Veranstaltungen "Umsetzung des BTHG im Bereich Pflegefamilien für Kinder mit Behinderung"

Hier finden Sie die Präsentationen zu den im Oktober in Münster stattgefundenen Info-Veranstaltungen im Bereich Pflegefamilien für Kinder mit Behinderung.

Verfahrensfragen zur Umsetzung des BTHG und des AG BTHG

Ab wann werden die Fälle übernommen und wann wechselt die Zuständigkeit?

Leistungen über Tag und Nacht:
Die Zuständigkeit übernimmt innerhalb des LWL ab dem 01.01.2020 sukzessiv das Referat „Soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen“ (Jugenddezernat): Für Bestandsfälle bleibt bis zum 31.12.2022 das LWL-Inklusionsamt Soziale Teilhabe zuständig (Behindertenhilfe). Für alle Neufälle und für Fälle, in denen ein veränderter Hilfebedarf eine Veränderung der Leistung erforderlich macht, übernimmt das Referat „Soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen“ die Zuständigkeit ab dem 01.01.2020.

Leistungen in Pflegefamilien:
Die Zuständigkeit des LWL für Leistungen an Pflegefamilien in der Eingliederungshilfe wurde bereits mit dem Inklusionsstärkungsgesetz NRW zum 01.07.2016 begründet und zunächst bis zum 31.12.2019 an die örtlichen Sozialhilfeträger delegiert. Diese Heranziehung soll nun aufgehoben werden und der LWL übernimmt diesen Aufgabenbereich zum 01.01.2020. Die Pflegeverhältnisse werden vom LWL zu bestehenden Konditionen weitergeführt. Die Zuständigkeit umfasst alle Bestandsfälle bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, sowie Neufälle ab 2020 bis maximal zum Ende der Schulausbildung.

Wer macht die Hilfeplanung zukünftig?

Die Hilfeplanung wird ab dem 01.01.2020 durch Hilfeplaner des LWL durchgeführt.

Gibt es ab dem 01.01.2020 eine Übersicht über die Zuständigkeiten und LWL Ansprechpartner (Hilfeplaner/Fallmanager)?

Die Zuständigkeiten werden aktuell intern abgestimmt. Es wird spätestens zum 01.01.2020 eine Übersicht über die jeweils regional zuständigen Hilfeplaner und Fallmanager geben. Bei Fragen steht eine Hotline zur Verfügung:

0251 591 5010 (Pflegefamilien/Tag & Nacht)
0251 591 5020 (Frühförderung, KiTa)

Sobald die Zuständigkeiten geklärt sind finden Sie die jeweils aktuelle Auflistung unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org

Gibt es zur Erstellung von Verlaufs- und Entwicklungsberichten innerhalb der Hilfeplanung im Landesjugendamt bereits ICF-basierte Formulare und Arbeitshilfen?

Es wird derzeit an der Erstellung von einheitlichen Berichtsformularen gearbeitet. Sobald diese final vorliegen, finden Sie die entsprechenden Arbeitshilfen unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org

Wer ist zuständig für die Annexleistungen?

Die örtlichen Sozialhilfeträger sind laut aktueller Auslegung zuständig für Annexleistungen nach SGB IX bei gleichzeitiger Betreuung über Tag und Nacht (bisher stat. Unterbringung) sowie in Pflegefamilien. Mögliche Annexleistungen nach SGB IX können sein:

  • Assistenzleistungen (z.B. Integrationshelfer)
  • Leistungen zur Förderung der Verständigung
  • Leistungen zur Mobilität
  • Hilfsmittel
     

Die Zuständigkeit für Annexleistungen nach SGB XII liegt beim LWL.
Mögliche Annexleistungen können hier folgende sein:

  • Hilfe bei Krankheit
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe in anderen Lebenslagen
     

Wann und wie werden die Familien über den Wechsel der betreuenden Fachkraft informiert und durch wen?

Die Pflegefamilien werden durch die Sozialämter/Jugendämter und die betreuenden freien Träger informiert. Ein entsprechendes Schreiben des LWL ist am 18.07.19 an die oben genannten zur Weiterleitung an die Pflegefamilien übermittelt worden.

In welchem Turnus sollen Hilfeplangespräche angesetzt werden? Sollen Hilfepläne bis 31.12.2019 befristet werden?

Es ist geplant, dass jährlich eine Gesamtplanung bzw. eine Fortschreibung der Gesamtplanung durch die Hilfeplaner des LWL durchgeführt wird. Wir werden uns am Datum des vorangegangenen Hilfeplangesprächs orientieren, daher befristen Sie bitte die Hilfepläne nicht bis 31.12.2019.

Kommt es ab dem Jahr 2020 zu einer Trennung der fachlichen und existenzsichernden Leistungen bei jungen Volljährigen, die in Jugendhilfe-Einrichtungen leben, aber über die Eingliederungshilfe finanziert werden?

Bei jungen Volljährigen, die in einer besonderen Wohnform leben, findet bis Abschluss der ersten Schulausbildung keine Trennung von existenzsichernden und fachlichen Leistungen statt.

Fragen zur Leistung "Pflegefamilien für Kinder mit Behinderung"

Wer übernimmt zukünftig die fachliche Betreuung und Beratung der Pflegefamilie?

Mögliche Konstellationen sind:

1. Die Familie wird bereits von einem freien Träger beraten

► keine Veränderung
 

2. Die Familie wird vom Pflegekinderdienst eines Jugendamts beraten und dieser entscheidet sich, die Beratung weiterzuführen

► keine Veränderung
 

3. Die Familie wird vom Pflegekinderdienst eines Jugendamts beraten und dieser entscheidet sich, die Beratung nicht weiterzuführen

► In diesem Fall ist der aktuell noch betreuende Pflegekinderdienst angehalten, gemeinsam mit der Pflegefamilie einen freien Träger für die zukünftige Betreuung zu suchen

Wer zahlt die Leistungen an die Pflegefamilie aus?

Das „Pflegegeld“ wird über die freien Träger an die Pflegefamilien ausgezahlt, sofern diese bereits jetzt die Gelder auszahlen. In dem Fall gibt es keine Änderung.

Pflegefamilien, die bisher die Zahlungen vom Sozialamt erhalten haben, bekommen ihr „Pflegegeld“ ab 01.01.2020 direkt vom LWL.

An wen sollen die Interessensbekundungen bzgl. der Übernahme von Beratungs- und Begleitungsaufträgen gesendet werden und müssen dafür Unterlagen eingereicht werden?

Jugendämter: Interessensbekundung unter Angabe der Namen und Geburtsdaten der betreffenden Kinder

Freie Träger: postalisch mit Betreff „Interessensbekundung Pflegekinder“
 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Dezernat Jugend und Schule
Soziale Teilhabe für Kinder und Jugendliche
z.Hd. Frau Wiemann
Warendorfer Str. 25
48133 Münster

Rückmeldung des LWL bzgl. der Rahmenbedingungen ist bis Mitte November vorgesehen. Bis dahin sind Interessensbekundungen weiterhin möglich, es müssen zunächst keine weiteren Unterlagen zugesandt werden.

Werden ab dem 01.01.20 die gültigen WPF-Verträge mit den freien Trägern übernommen oder sind neue Vertragsvereinbarungen erforderlich?

Es wird eine Überleitungsvereinbarung getroffen unter der Maßgabe, dass die in dem bestehenden Vertrag benannten Rechte und Pflichten weitergeführt werden. Dies umfasst insbesondere Regelungen zu bestehenden Vergütungsvereinbarungen.
In Neufällen werden neue Vertragsvereinbarungen auf Basis des STEPPKE-Systems geschlossen.

Wie geht der LWL mit dem Thema einmalige Beihilfen um? Bisher hat jede Kommune dazu eigene Richtlinien.

Mit dem LVR wird ein Beihilfenkatalog erarbeitet, in dem die Eckpunkte geregelt sind und bestimmte Beihilfen pauschalisiert werden. Für laufende Fälle gilt Bestandsschutz.

Wie wird die Zuständigkeit für die Pflegefamilien innerhalb des Referats „Soziale Teilhabe für Kinder und Jugendliche“ aufgeteilt?

Anhand des Wohnorts der Pflegefamilie wird es eine regionale Zuordnung der Hilfeplaner und Fallmanager geben. Die Personenzuordnung wird bis Ende des Jahres unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org veröffentlicht.

Wie erkenne ich welche Träger an das System angeschlossen sind?

Die Liste mit den Kooperationspartnern wird bis Jahresende unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org bereitgestellt.

Übersicht über den Verfahrensablauf zu Auswahl und Überprüfung der Pflegefamilie:

Dem freien Träger obliegt die Werbung, Akquise & Schulung der potenziellen Pflegefamilie sowie die Vorbereitung des Pflegeverhältnisses.

Der LWL trifft in Absprache mit dem freien Träger die endgültige Entscheidung über die Eignung der Pflegefamilie.
Der LWL hat das Fallmanagement- und die Steuerung inne und führt jährlich die Gesamtplanung- und Fortschreibung durch.

Was ist STEPPKE und wofür steht es?

STEPPKE – Soziale TEilhabe in Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche in der Eingliederungshilfe

STEPPKE ist ein Verbund von freien Trägern unter Federführung des LWL Referats Soziale Teilhabe für Kinder und Jugendliche zur Betreuung und Beratung von Pflegefamilien mit Pflegekindern in der Eingliederungshilfe.

STEPPKE online ist ein Onlineportal zur Vermittlung von Pflegekindern in der Eingliederungshilfe.

Wo findet die Hilfeplanung statt? Müssen die Pflegefamilien nach Münster kommen?

In der Regel findet die Hilfeplanung im häuslichen Umfeld der Pflegefamilie statt. Unter bestimmtem Umständen kann das Gespräch auch in Räumlichkeiten des LWL in der jeweiligen Mitgliedkörperschaft stattfinden.

Wie ist der zeitliche Rahmen für die Gründung eines Trägerverbunds?

Ein Termin steht noch nicht fest. Am 12.11. findet eine WPF Trägerkonferenz statt. In der Folge soll noch 2019 eine Auftaktveranstaltung stattfinden.
Die Eckpunkte der auszuhandelnden, individuellen Verträge gibt der Landesrahmenvertrag vor.

An welche Adresse werden ab Januar 2020 die Rechnungen der freien Träger geschickt?

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Dezernat Jugend und Schule
Soziale Teilhabe für Kinder und Jugendliche
48133 Münster

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Fallmanager. Eine Übersicht über die Zuständigkeiten wird bis Ende des Jahres unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org veröffentlicht.

Wird es eine Angleichung bzgl. Verwandtenpflege geben?

Die Verwandtenpflege wird den anderen Pflegeverhältnissen gleichgestellt.

Das Pflegekind wird 18 Jahre alt, was passiert dann?

Das Pflegekind kann mindestens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und längstens bis zur Beendigung der ersten Schulausbildung als Pflegekind im Sinne von § 80 SGB IX in der Pfegefamilie leben. Im Anschluss erfolgt ein Übergang in das System der Gastfamilie, siehe https://www.lwl-inklusionsamt-soziale-teilhabe.de/de/gastfamilien/ 

Welche finanziellen Rahmenbedingungen gelten ab 01.01.2020 für Neufälle?

Die Leistungssätze für Neufälle sind noch nicht festgelegt.

Ist die Anbindung an einen beratenden Träger für die Pflegefamilien verpflichtend?

Gemäß Landesrahmenvereinbarung ist die Anbindung an einen freien Träger vorgesehen, Intensität und Dauer der Leistungen richten sich nach dem individuellen Bedarf.

Ist Wohnortnähe des freien Trägers Grundvoraussetzung?

Es ist notwendig, dass der beratenden und begleitetende Träger u.a. in möglichen Krisensituationen kurzfristig vor Ort sein kann. Detaillierte Bestimmungen werden im aufzubauenden Trägerverbund festgelegt.

Ist STEPPKE kompatibel zum WPF System?

Die inhaltliche Ausarbeitung des STEPPKE-Systems steht noch aus. Es soll möglichst viele Synergien zwischen beiden Systemen geben und Abgrenzungen müssen entsprechend ausgearbeitet und festgelegt werden.

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