check-circle Created with Sketch.

Pflegefamilien für Kinder mit Behinderung

In Vorbereitung - Bitte haben Sie noch etwas Geduld

Ein Kind malt mit Fingerfarbe.

Verfahrensfragen zur Umsetzung des BTHG und des AG BTHG

Ab wann werden die Fälle übernommen und wann wechselt die Zuständigkeit?

Leistungen über Tag und Nacht:
Die Zuständigkeit übernimmt innerhalb des LWL ab dem 01.01.2020 sukzessiv das Referat „Soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen“ (Jugenddezernat): Für Bestandsfälle bleibt bis zum 31.12.2022 das LWL-Inklusionsamt Soziale Teilhabe zuständig (Behindertenhilfe). Für alle Neufälle und für Fälle, in denen ein veränderter Hilfebedarf eine Veränderung der Leistung erforderlich macht, übernimmt das Referat „Soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen“ die Zuständigkeit ab dem 01.01.2020.

Leistungen in Pflegefamilien:
Die Zuständigkeit des LWL für Leistungen an Pflegefamilien in der Eingliederungshilfe wurde bereits mit dem Inklusionsstärkungsgesetz NRW zum 01.07.2016 begründet und zunächst bis zum 31.12.2019 an die örtlichen Sozialhilfeträger delegiert. Diese Heranziehung soll nun aufgehoben werden und der LWL übernimmt diesen Aufgabenbereich zum 01.01.2020. Die Pflegeverhältnisse werden vom LWL zu bestehenden Konditionen weitergeführt. Die Zuständigkeit umfasst alle Bestandsfälle bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, sowie Neufälle ab 2020 bis maximal zum Ende der Schulausbildung.

Wer macht die Hilfeplanung zukünftig?

Die Hilfeplanung wird ab dem 01.01.2020 durch Hilfeplaner des LWL durchgeführt.

Gibt es ab dem 01.01.2020 eine Übersicht über die Zuständigkeiten und LWL Ansprechpartner (Hilfeplaner/Fallmanager)?

Die Zuständigkeiten werden aktuell intern abgestimmt. Es wird spätestens zum 01.01.2020 eine Übersicht über die jeweils regional zuständigen Hilfeplaner und Fallmanager geben. Bei Fragen steht eine Hotline zur Verfügung:

0251 591 5010 (Pflegefamilien/Tag & Nacht)
0251 591 5020 (Frühförderung, KiTa)

Sobald die Zuständigkeiten geklärt sind finden Sie die jeweils aktuelle Auflistung unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org

Wer ist zuständig für die Annexleistungen?

Die örtlichen Sozialhilfeträger sind laut aktueller Auslegung zuständig für Annexleistungen nach SGB IX bei gleichzeitiger Betreuung über Tag und Nacht (bisher stat. Unterbringung) sowie in Pflegefamilien. Mögliche Annexleistungen nach SGB IX können sein:

  • Assistenzleistungen (z.B. Integrationshelfer)
  • Leistungen zur Förderung der Verständigung
  • Leistungen zur Mobilität
  • Hilfsmittel

Die Zuständigkeit für Annexleistungen nach SGB XII liegt beim LWL.
Mögliche Annexleistungen können hier folgende sein:

  • Hilfe bei Krankheit
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe in anderen Lebenslagen

In welchem Turnus sollen Hilfeplangespräche angesetzt werden? Sollen Hilfepläne bis 31.12.2019 befristet werden?

Es ist geplant, dass jährlich eine Gesamtplanung bzw. eine Fortschreibung der Gesamtplanung durch die Hilfeplaner des LWL durchgeführt wird. Wir werden uns am Datum des vorangegangenen Hilfeplangesprächs orientieren, daher befristen Sie bitte die Hilfepläne nicht bis 31.12.2019.

Kommt es ab dem Jahr 2020 zu einer Trennung der fachlichen und existenzsichernden Leistungen bei jungen Volljährigen, die in Jugendhilfe-Einrichtungen leben, aber über die Eingliederungshilfe finanziert werden?

Bei jungen Volljährigen, die in einer besonderen Wohnform leben, findet bis Abschluss der ersten Schulausbildung keine Trennung von existenzsichernden und fachlichen Leistungen statt.

Fragen zur Leistung "Pflegefamilien für Kinder mit Behinderung"

Wer übernimmt zukünftig die fachliche Betreuung und Beratung der Pflegefamilie?

Mögliche Konstellationen sind:

1. Die Familie wird bereits von einem freien Träger beraten

► keine Veränderung
 

2. Die Familie wird vom Pflegekinderdienst eines Jugendamts beraten und dieser entscheidet sich, die Beratung weiterzuführen

► keine Veränderung
 

3. Die Familie wird vom Pflegekinderdienst eines Jugendamts beraten und dieser entscheidet sich, die Beratung nicht weiterzuführen

► In diesem Fall ist der aktuell noch betreuende Pflegekinderdienst angehalten, gemeinsam mit der Pflegefamilie einen freien Träger für die zukünftige Betreuung zu suchen

Wer zahlt die Leistungen an die Pflegefamilie aus?

Das „Pflegegeld“ wird über die freien Träger an die Pflegefamilien ausgezahlt, sofern diese bereits jetzt die Gelder auszahlen. In dem Fall gibt es keine Änderung.

Pflegefamilien, die bisher die Zahlungen vom Sozialamt erhalten haben, bekommen ihr „Pflegegeld“ ab 01.01.2020 direkt vom LWL.

Wie geht der LWL mit dem Thema einmalige Beihilfen um? Bisher hat jede Kommune dazu eigene Richtlinien.

Mit dem LVR wird ein Beihilfenkatalog erarbeitet, in dem die Eckpunkte geregelt sind und bestimmte Beihilfen pauschalisiert werden. Für laufende Fälle gilt Bestandsschutz.

Wie wird die Zuständigkeit für die Pflegefamilien innerhalb des Referats „Soziale Teilhabe für Kinder und Jugendliche“ aufgeteilt?

Anhand des Wohnorts der Pflegefamilie wird es eine regionale Zuordnung der Hilfeplaner und Fallmanager geben. Die Personenzuordnung wird bis Ende des Jahres unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org veröffentlicht.

Wie erkenne ich welche Träger an das System angeschlossen sind?

Die Liste mit den Kooperationspartnern wird bis Jahresende unter http://www.soziale-teilhabe-kiju.lwl.org bereitgestellt.

Übersicht über den Verfahrensablauf zu Auswahl und Überprüfung der Pflegefamilie:

Dem freien Träger obliegt die Werbung, Akquise & Schulung der potenziellen Pflegefamilie sowie die Vorbereitung des Pflegeverhältnisses.

Der LWL trifft in Absprache mit dem freien Träger die endgültige Entscheidung über die Eignung der Pflegefamilie.
Der LWL hat das Fallmanagement- und die Steuerung inne und führt jährlich die Gesamtplanung- und Fortschreibung durch.

Wo findet die Hilfeplanung statt? Müssen die Pflegefamilien nach Münster kommen?

In der Regel findet die Hilfeplanung im häuslichen Umfeld der Pflegefamilie statt. Unter bestimmtem Umständen kann das Gespräch auch in Räumlichkeiten des LWL in der jeweiligen Mitgliedkörperschaft stattfinden.

Wird es eine Angleichung bzgl. Verwandtenpflege geben?

Die Verwandtenpflege wird den anderen Pflegeverhältnissen gleichgestellt.

Das Pflegekind wird 18 Jahre alt, was passiert dann?

Das Pflegekind kann mindestens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und längstens bis zur Beendigung der ersten Schulausbildung als Pflegekind im Sinne von § 80 SGB IX in der Pfegefamilie leben. Im Anschluss erfolgt ein Übergang in das System der Gastfamilie, siehe https://www.lwl-inklusionsamt-soziale-teilhabe.de/de/gastfamilien/ 

Welche finanziellen Rahmenbedingungen gelten ab 01.01.2020 für Neufälle?

Die Leistungssätze für Neufälle sind noch nicht festgelegt.

Ist die Anbindung an einen beratenden Träger für die Pflegefamilien verpflichtend?

Gemäß Landesrahmenvereinbarung ist die Anbindung an einen freien Träger vorgesehen, Intensität und Dauer der Leistungen richten sich nach dem individuellen Bedarf.

Ist Wohnortnähe des freien Trägers Grundvoraussetzung?

Es ist notwendig, dass der beratenden und begleitetende Träger u.a. in möglichen Krisensituationen kurzfristig vor Ort sein kann. Detaillierte Bestimmungen werden im aufzubauenden Trägerverbund festgelegt.