Frühförderung

Die Landschaftsverbände sind ab dem 1. Januar 2020 für die Leistungen der Frühförderung zuständig. Ziel ist es landesweit für gleiche Lebensverhältnisse zu sorgen, bedarfsgerechte Hilfeangebote zu schaffen sowie gute Strukturen zu erhalten und auszubauen.

Kleinkind bei Frühförderung (Foto: Jean Kobben - stock.adobe.com)

Das Wichtigste auf einen Blick

Info-Veranstaltungen "Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes im Bereich der Frühförderung"

Hier finden Sie die Präsentation zu den im September stattgefundenen Info-Veranstaltungen (Schwerte, Vlotho, Münster) im Bereich der Frühförderung.

Weiterführende Informationen

Aufgabenwechsel

Die Landschaftsverbände haben zum Wechsel der Aufgaben durch das AG BTHG informiert.

Funktionsnachfolge

Zum Rechtsverhältnis zu den Leistungsberechtigten, Vereinbarungen über Leistungen und das Thema Handlungssicherheit haben wir informiert.

Abschlussbericht

Im Auftrag des LWL und LVR hat das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG Köln) eine Erhebung und Analyse der Frühförderstrukturen in den Mitgliedskörperschaften der Landschaftsverbände durchgeführt.

Meilenstein auf dem Weg zu landeseinheitlichen Lebensbedingungen: Erstmals Landesrahmenvereinbarung zur Frühförderung abgeschlossen

Am 24.09.2019 haben die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR), Freie Wohlfahrtspflege und die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände erstmals eine Landesrahmenvereinbarung zur interdisziplinären Frühförderung unterzeichnet. Die Vereinbarung schafft ab 2020 verlässliche und einheitliche Rahmenbedingungen für alle Beteiligten und beinhaltet verbindliche Vorgaben für die Frühförderung von allen Vorschulkindern in Nordrhein-Westfalen, die von Behinderung bedroht sind oder eine Behinderung haben. Zur interdisziplinären Frühförderung gehören beispielsweise heilpädagogische Leistungen und medizinisch-therapeutische Behandlungen wie Physio-, Sprach- und Ergotherapie.

Mit dieser Vereinbarung haben die Landschaftsverbände gemeinsam mit der Freien Wohlfahrtspflege und den gesetzlichen Krankenkassen/-verbänden einen Meilenstein für eine inklusive Gesellschaft gelegt. Die Vereinbarung war notwendig geworden, weil zum 1. Januar 2020 die Reform der sogenannten Eingliederungshilfe als dritte Stufe des neuen Bundesteilhabegesetzes (BTHG) in Kraft tritt. Hintergrund des Gesetzes ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die als Ziele mehr Selbstbestimmung und Teilhabe sowie das Recht auf individuelle Leistungen für Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt stellt. Dies setzt die neue Vereinbarung um.

Durch das BTHG ergeben sich neue Aufgaben für die Landschaftsverbände. Ab dem 1. Januar 2020 sind LWL und LVR zuständig für die Leistungen der Frühförderung, bisher war das die Aufgabe der Kommunen. Die Landschaftsverbände übernehmen ab nächstem Jahr nicht nur anteilmäßig die Kosten für die interdisziplinäre Frühförderung, sie planen auch gemeinsam mit den Eltern die Hilfen für die Kinder in ganz NRW. Das Ziel: Kinder mit Behinderung und deren Eltern sollen umfassend und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können - und zwar unabhängig von ihrem Wohnort und der jeweiligen Betreuungsform. Vor allem die sogenannte Komplexleistung - also Therapie und Heilpädagogik aus einer Hand - soll ausgebaut werden. Davon profitieren die Kinder, weil sie ganzheitlich gefördert werden, und nebenbei auch die Eltern, wenn sie nicht erst zur Heilpädagogin und anschließend zum Therapeuten fahren müssen.

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